Der Film

Die Geschichte eines Erfolges

Als Rolf Zehetbauer 1976 das Design für DAS BOOT entwarf, gab es noch keinen Regisseur, mit dem er sich hätte beraten können. Wie alle Beteiligten ging Zehetbauer von einer deutsch-amerikanischen Grossproduktion aus, bei der ein Regie-Star aus Hollywood die Leitung übernehmen würde. Doch während man in den Bavaria-Studios an möglichst authentischen Produktionsentwürfen arbeitete, entwickelten sich die Pläne der amerikanischen Seite in eine andere Richtung. Die ganze Geschichte sollte auf einen berühmten Star zugeschnitten werden, die realen Hintergründe aus Buchheims Roman liefen Gefahr, blosse Staffage zu werden.

Mit immer neuen Regie-Konzepten versuchte man, den Widerspruch zwischen einer authentischen Erzählweise und einem kommerziell durchgeplanten Kriegsspektakel zu lösen, bis eines Tages – die Produktion hatte noch nicht einmal begonnen – die Vorbereitungen abgebrochen wurden. Man kam überein, dass das Risiko der Verfilmung zu gross und die Kosten unkalkulierbar geworden waren. Requisiten im Wert von Millionen (darunter ein seetüchtiger Originalnachbau des U 96) waren nutzlos geworden.

1979 übernahm Günter Rohrbach die Leitung des Studios. Er entwickelte ein völlig neues Produktionskonzept: Aus einem bisher dem amerikanischen Standard angepassten Unterhaltungsprojekt sollte ein extrem realistischer Film ohne Stars und falsche Kulissen werden.

Der Drehort wurde vom stillen Bodensee an den Atlantik verlegt. Statt amerikanischer Stars wie Paul Newman oder Robert Redford stand nun ein Ensemble meist unbekannter Schauspieler und Laien vor der Kamera. Mit dieser neuen Produktionsweise änderten sich natürlich auch die Anforderungen an den Regisseur. Hollywood-Routiniers wie Don Siegel oder John Sturges, die zuvor in der engeren Wahl standen, kamen jetzt nicht mehr in Frage. Günter Rohrbach schenkte sein Vertrauen einem Mann, den man bis dahin nur durch Fernsehproduktionen kannte: Wolfgang Petersen. Unter seiner Leitung sollte ein deutscher Film zu internationalem Ansehen kommen.

Seit dem Start im September 1981 wurde DAS BOOT von 20 Millionen Zuschauern auf der ganzen Welt gesehen. Die internationale Kritik erkannte in Petersens Film einen direkten Anschluss an die sowohl künstlerische als auch publikumsnahe Tradition des deutschen Kinos der 20er und 30er Jahre. Amerikanische, englische und französische Kritiker verglichen DAS BOOT mit Werken wie „Die grosse Illusion“ und stellten es in eine Reihe mit „Im Westen nichts Neues“ oder „Die Brücke im Kwai“. Neben mehreren Auszeichnungen wurde DAS BOOT als erster nicht-amerikanischer Film für sechs Oscars nominiert.